| Friedrich-List-Schulen in Deutschland |
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| Quellen und Verweise zu Friedrich List |
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| Erläuterung zu einem Straßennamen 1) |
List, Friedrich, * 6.8.1789 Reutlingen, + 30.11.1846 Kufstein, Nationalökonom. |
| 1) Nur für den schulischen Gebrauch zitiert aus:: Friedrich-List-Ufer in Berlin-Tiergarten, © Edition Luisenstadt, 1999, www.luise-berlin.de |
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| Konversationslexikon Brockhaus 2) |
| List, Friedrich: Der als Sohn eines Handwerkers am 6. August 1789 in Reutlingen geborene List hatte sich aus der bescheidenen Position eines Verwaltungsbeamten zum Professor für Staatswissenschaften an der Universität Tübingen (1817) emporgearbeitet. Vertraut mit den wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen im Lande, setzte er sich bald als Abgeordneter im württembergischen Landtag (ab 1820) für durchgreifende demokratische Verwaltungsreformen ein sowie für die Aufhebung der Zölle innerhalb des Deutschen Bundes. Wegen seines unerschrockenen Auftretens verlor er 1820 sein Hochschulamt, 1821 wurde ihm sein Abgeordnetenmandat entzogen, 1822 wurde er wegen »demagogischer Umtriebe« zu zehn Monaten Festungshaft verurteilt. Er floh zunächst ins Ausland, trat dann aber seine Strafe auf der Festung Hohenasperg an. Weil er sich verpflichtete, in die USA auszuwandern, wurde ihm ein Teil seiner Strafe erlassen (1825). Während seines Aufenthaltes in den Vereinigten Staaten lernte er die enormen technischen Fortschritte im Verkehrswesen durch den Ausbau des Eisenbahnnetzes kennen und kehrte 1832 als amerikanischer Konsul nach Deutschland zurück in der Absicht, seine Erfahrungen nun zum Nutzen des deutschen Vaterlandes zu verwerten. Er forderte den Bau eines ganz Deutschland umfassenden Eisenbahnnetzes als gemeinschaftliche Aufgabe und propagierte die Schaffung des Deutschen Zollvereins . In Abkehr von seiner früheren freihändlerischen Auffassung forderte er für den Aufbau einer deutschen Industrie in der Entwicklungsphase staatliche Schutzzölle gegen die Übermacht insbesondere der englischen Industrieerzeugnisse. List erreichte durch seine unermüdliche Tätigkeit von Leipzig aus, dass 1837 die erste größere und wirtschaftlich zu nutzende Eisenbahnstrecke zwischen Dresden und Leipzig eröffnet werden konnte. Mit seinen Plänen und seinen Schriften, in denen er langfristige Entwicklungen aufzeigte, war List seiner Zeit weit voraus. Erst nach seinem Tode fanden seine Arbeiten die gebührende Beachtung. Enttäuscht über die geringe Resonanz seines Wirkens setzte er seinem Leben am 30. November 1846 ein Ende. |
| 2) Nur für den schulischen Gebrauch zitiert nach: (c) Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, 1999 |
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| ZEIT-Bibliothek der Ökonomen 3) |
| Mauern gegen die Konkurrenz |
| Friedrich List: Das nationale System der politischen Ökonomie |
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| "Als Politiker und Publizist kämpfte Friedrich List für einen deutschen Zollverein und ein deutschlandweites Eisenbahnnetz. Als Ökonom wurde er zum Vordenker des wirtschaftlich starken Nationalstaats. Die Zeiten überdauert hat vor allem ein partieller, wenngleich wichtiger Aspekt seiner Theorie: die Idee, junge Industrien durch Zollmauern zu schützen. Der umtriebige Patriot aus Reutlingen träumte von Macht und Wohlstand für die deutsche Nation. Doch das politisch ungeeinte, weitgehend agrarisch geprägte Deutschland seiner Zeit war weit davon entfernt, mit dem mächtigen England konkurrieren zu können. In seinem 1841 veröffentlichten Hauptwerk Das nationale System der Politischen Ökonomie schrieb Friedrich List (1789-1846), wie eine Nation reich und mächtig werden kann: Entscheidend sei die erfolgreiche "Pflanzung einer Manufakturkraft". Die Industrialisierung eines Landes sieht List als Initialzündung. Sie löst eine sich selbst verstärkende Dynamik aus: Der technische Fortschritt entwickelt sich in rasantem Tempo, die Infrastruktur wird ausgebaut, die Landwirtschaft blüht auf. Zudem fördere sie die bürgerliche Freiheit und bereite der "geistigen, moralischen und physischen Stagnation der Bevölkerung" ein Ende. Für die Modernisierung einer Nation ist es entscheidend, dass junge Industrien Fuß fassen können. Doch die aufstrebenden Manufakturen Deutschlands und anderer Entwicklungsländer der damaligen Zeit litten unter der erdrückenden englischen Konkurrenz. Sie lieferte bessere Ware zu niedrigeren Preisen. Vor diesem Hintergrund entwickelt List den "Erziehungszoll": Eine Nation, deren Industrie noch in den Kinderschuhen steckt, soll ihren einheimischen Markt durch Zölle auf Manufakturimporte schützen und damit die "industrielle Erziehung" vorantreiben. Die junge Industrie erhält so Gelegenheit, ohne äußeren Konkurrenzdruck zu "üben". Zwar gehen die Zölle auf die billigere und bessere Importware zeitweilig zu Lasten des Verbrauchers. Der Verzicht auf kurzfristige Konsumvorteile ist aber zumutbar, weil damit langfristig in die Zukunft der Nation investiert wird. Diese erleidet durch die Schutzzölle lediglich einen Wertverlust, gewinnt aber Kräfte, "vermittels welcher sie für ewige Zeiten in den Stand gesetzt wird, unberechenbare Summen von Werten zu produzieren". Sosehr List die Erziehungszölle preist, sowenig empfiehlt er sie als Wundermittel. Er betont, dass neben wirtschaftlichen Faktoren auch gesellschaftliche und politisch-institutionelle Rahmenbedingungen die Entwicklungsfähigkeit einer Nation bestimmen. So seien bürgerliche Freiheiten, die öffentliche Kontrolle der Verwaltung, eine freie Presse, die Sicherheit des Eigentums, aber auch eine gebildete Bevölkerung und nicht zuletzt "Religiosität, Moralität und Sittlichkeit" Quellen des nationalen Reichtums. Seine Positionen entwickelt List in ständiger, teils polemischer Auseinandersetzung mit den Lehren der klassischen Ökonomie von Adam Smith, David Ricardo und Jean Baptiste Say. Der "Schule", wie er diese Denkrichtung knapp nennt, wirft er vor, bei ihrem Eintreten für die internationale Handelsfreiheit den Idealzustand einer friedlichen Weltgesellschaft zu unterstellen. Die Klassiker haben nach Ansicht Lists nicht erkannt, dass das Freihandelsprinzip "unter den bestehenden Weltverhältnissen" zur Abhängigkeit der weniger entwickelten Nationen von der herrschenden Industriemacht England führe - ein Argument, das sich über hundert Jahre später viele Entwicklungsländer unter veränderten Vorzeichen zu eigen machten. Im Gegensatz zur klassischen Ökonomie glaubt List nicht, dass die Gesellschaft immer dann am besten fährt, wenn sie die Individuen ungehindert ihre eigennützigen Interessen verfolgen lässt. Vom uneingeschränkten Laissez-faire hält er nicht viel. Seine Position: Der Staat kann und muss in die Wirtschaft eingreifen, wenn die "Privatindustrie" der Gesellschaft Schaden zufügt oder wenn sie die gemeinschaftlichen Interessen nicht ausreichend fördert. Wo der Einzelne darauf achtet, seinen gegenwärtigen Wohlstand zu mehren, hat der Staat die Voraussetzungen für Wohlstand in der Zukunft zu schaffen. Er muss "auf die Bedürfnisse künftiger Jahrhunderte Bedacht nehmen", in die Zukunft investieren. Lists Werk stieß auf große Resonanz. Die Nachfrage nach dem Buch war rege, Übersetzungen folgten. Doch aus heutiger Sicht mangelt es an theoretischem Gehalt, es besticht nicht durch abstrakte Argumentationsketten. Aber indem List nach den Entwicklungsbedingungen ganzer Nationen fragte und die volkswirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Voraussetzungen künftigen Wohlstands diskutierte, lenkte er das ökonomische Denken in neue Bahnen. Heute ist es selbstverständlich, von der Entwicklung einer Volkswirtschaft zu sprechen, Investitionen in Bildung und Infrastruktur zu fordern und von der Politik Maßnahmen zur Stärkung des Standorts zu verlangen. Vielfach betrachten Ökonomen heute die Wirtschaft durch die Brille, die Friedrich List vor über 150 Jahren zum ersten Mal aufsetzte. - Nadja Kirsten" |
| 3) Nur für den schulischen Gebrauch zitiert aus: © Die Zeit 26/1999 [Quelle] |
| 1841 - Friedrich List: Die Nothwendigkeit der Anlage eines deutschen Eisenbahnsystems |
| Historische Dokumente zu Eisenbahn und Schienenverkehr in der Verkehrswerkstatt, Personenverkehr, Güterverkehr, Mediendidaktik, Technikgeschichte, Industrialisierung Historische Dokumente in der Verkehrswerkstatt - Ein Angebot auf dem Berliner Bildungsserver für Schulen [Verkehrswerkstatt] |
| Denkmal in Kufstein |
"Am Waldrand im Osten der Stadt befindet sich das von dem Kufsteiner Künstler Norbert Pfretzschner im Jahre 1906 geschaffene List-Denkmal. Es erinnert an Friedrich List, einen deutschen Nationalökonomen, der sich besonders für den Zollabbau zwischen den deutschen Fürstentümern und für den Bahnbau einsetzte. Von seinen Landesfürsten vertrieben, kam er nach Kufstein, wo er 1846 seinem glücklosen Leben ein Ende setzte." |
[Denkmal] |